Grafenrheinfeld war früher wegen seiner wertvollen Bausubstanz als "Dorf des Rokoko" bekannt. Wer allerdings heute nach Grafenrheinfeld kommt, findet nur noch wenige Hinweise auf das ursprüngliche Ortsbild. Durch Kriegseinwirkung wurde das Dorf 1944 zu 85 % zerstört. Der Wiederaufbau, die baulichen Veränderungen der Nachkriegsjahre und nicht zuletzt der verkehrsgerechte Ausbau von Straßen, Wegen und Plätzen haben das traditionelle Ortsbild negativ beeinflusst.
Der Gemeinderat erkannte schon früh die Bedeutung von Qualität und Atmosphäre in Bezug auf den Wohnwert einer Gemeinde. Durch Untersuchungen des Altortes von städtebaulicher, struktureller und ökologischer Art konnte ein Rahmenprogramm entwickelt werden, das Zug um Zug die Ziele der Dorferneuerung aufzeigte und eine Umsetzung ermöglichte.
Die Identifizierung der Bürger mit ihrem Ort erfolgte neu. Das Rahmenprogramm und die Auseinandersetzung damit spornt die Eigeninitiative der Grundstücksbesitzer an. Außerdem unterstützt die Gemeinde durch ein Förderprogramm Sanierungsmaßnahmen privater Eigentümer mit Beratung und Geld.
Mit der Erhaltung historischer Bausubstanz, Umgestaltung der Straßen und Plätze und der notwendigen Steuerung der städtebaulichen Entwicklung, wurde ein Projekt verwirklicht, dass die Verödung aufgehalten und die Funktion des Ortskerns in seiner unverwechselbaren Gestalt, funktionsgerecht belebt hat.
Für die kommenden Jahre gibt es weitere Pläne. Der Straßenbereich Maingasse, Herrngasse mit Spital- und Linsengasse sowie die Bühlstraße wurde neu gestaltet. Insbesondere soll der Anteil der funktionslosen Grundstücke und Gebäude im Altort gesenkt werden.