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Einweihung Theresia-Gerhardinger-Volksschule Grafenrheinfeld


19.12.2005

Grafenrheinfeld hat eine neue Grundschule! Exakt ein Jahr, vier Monate und 20 Tage nach dem ersten Spatenstich übergab am Samstag Architekt Rainer Stöcker vom Nürnberger Büro bss ein überdimensioniertes Backwerk in Form eines Türschlüssels an Bürgermeister Walter Weinig. Dieser reichte die symbolträchtige Süßigkeit gleich weiter an Rektor Rudolf Fischer. Die Schule erhält den Namen Theresia-Gehardinger-Volksschule. Theresia Gerhardinger war die Gründerin der „Kongregation der Armen Schwestern unserer lieben Frau", welche bis letztes Jahr mehr als 150 Jahre segensreich in der Gemeinde gewirkt haben.

Die Rafelder haben wohl einen besonderen Draht nach oben. So ließ denn auch Petrus mittels Festbeleuchtung durch die blanke Sonnenscheibe ohne die Spur eines Wölkchens das neue Schulhaus als strahlendes Juwel erscheinen. Vor der Schule empfingen die Kinder in leuchtend orangefarbenen Sweatern die Ehrengäste, allen voran Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider, mit einem Lied. Die Schülerinnen und Schüler waren es auch, welche dem offiziellen Teil durch ihre Beiträge den Rahmen gaben. Die musikalische Eröffnung, Gedichte der ersten Klassen und zum Schluss der Einakter der Theatergruppe der Grundschule mit dem Titel „Wir bauen unsere Schule" riefen frenetischen Beifall hervor. Dass die Punktlandung mit dem Einzug nach den Herbstferien so außerordentlich gut gelang, dankte Weinig den am Bau beteiligten Firmen und Arbeitern, die in nur 15 Monaten das Gebäude erstellt hatten. Nebenher sei auch die Kulturhalle, welche die frühere, ebenfalls PCB-verseuchte Gemeindehalle ersetzen wirde, erstellt worden und stehe kurz vor ihrer Vollendung, so Weinig weiter. Mittels einer Zeitschiene, auf welcher die ersten Ergebnisse, die Schließung und der Abrissbeschluss der alten, sowie der Spatenstich für den Bau und der vorgezogene Einzug in die neue Schule die Anker bilden, umriss das Ortsoberhaupt den Umfang der Maßnahme. Er stellte aber auch deutlich heraus, dass eine komplette Schülergeneration in einem Provisorium aus zusammengestellten Containerklassenzimmern mit ausgelagerten Räumen für den Fachunterricht ihre Grundschulzeit hatte absolvieren müssen. „Die Zeit der Provisorien ist endlich vorbei!", rief er erleichtert. Dieses größte kommunale Bauprojekt der Nachkriegszeit habe letztlich einen Umfang von rund neun Millionen Euro erreicht. Darin enthalten seien aber auch die Aufwendungen für die neben an entstandene Kulturhalle und die Grünanlagen um die beiden Gebäude. Staatliche Zuschüsse seien ausgeblieben. Staatsminister Schneider musste Weinigs verschmitzt vorgetragene Hoffnung, er zaubere vielleicht einen Scheck aus der Brusttasche seines Sakkos, enttäuschen. Er tröstete die Gemeindevertreter damit, dass sie so wenigstens frei hatten planen können. „Wer weiß, ob der Bau mit öffentlicher Förderung und Vorgaben aus München so schön geworden wäre?", spekulierte er. Schulhäuser und Klassenzimmer seien wichtige „Mit-Erzieher", die Lernumgebung präge und sei mitentscheidend für Erfolg oder Misserfolg. Junge Menschen seien die wichtigste Ressource unseres Staates, Kinder das „kostbarste Gut unserer Gesellschaft". In der Grundschule werde das Fundament gelegt. Schneider zollte der Gemeinde für die schnelle Reaktion auf die verheerenden Messwerte vor vier Jahren Respekt. Eng mit Rektor Fischers Werdegang verbunden ist das Schicksal der alten Schule. Sein erstes Dienstjahr 1967/68 begann er in dem eben neu bezogenen damaligen „Stolz der Gemeinde". Die wohl bitterste Stunde erlebte er am 23. Oktober 2001, als er die Schüler nicht mehr in die PCB-verseuchte Schule lassen konnte. Mit dem Bezug der neuen Theresia-Gerhardinger-Volksschule sei der Schwebezustand endlich überwunden. Den Einweihungstag bettet er in die Worte „Freude – Danke – Bitte" ein. Seine Freude über die neue Heimat der Rafelder Grundschüler und den Dank verband er mit der Bitte an die Kinder um pfleglichen Umgang mit „ihrer Schule". Gemeinde, Schulamt, Regierung und Minister wurden gebeten, die Schule weiterhin zu unterstützen, die musischen Arbeitsgruppen nicht dem Sparzwang zu opfern und sich für das Ansehen von Schule und Lehrerstand einzusetzen. Nach der Segnung der Kreuze für die Schulräume im Rahmen einer kleinen ökumenischen Andacht durch die Pfarrer Hans Böhm und Philipp Klein trafen verspätet noch zwei Präsente aus Sachsen ein. Schulleiterin Angelika Fiedler und Bürgermeister Karl Schneider aus der Gemeinde Schmiedeberg waren unterwegs der „Pannenhexe", so Schneider, anheim gefallen. In Schmiedeberg hatte die Schule nach dem verheerenden Hochwasser vollständig neu gebaut werden müssen. Grafenrheinfeld hatte mit einer großzügigen Spende dazu beigetragen. Schneider versicherte den Kindern, dass die beiden Orte jetzt „sicherlich die zwei schönsten Schulen Deutschlands" hätten. Am Nachmittag und Sonntag Vormittag war die Schule für die Allgemeinheit geöffnet. Hunderte Besucher staunten über die hellen, mit modernster Technik ausgestatteten Räume.

Mit der Schlüsselübergabe für die Theresia-Gerhardinger-Volksschule wurde das größte kommunale Bauprojekt der Nachkriegszeit in Grafenrheinfeld offiziell beendet. Zeugen davon sind (von links nach rechts): Bauleiter Herbert Osel, Kultusminister Siegfried Schneider, Rektor Rudolf Fischer, Bürgermeister Walter Weinig und Architekt Rainer Stöcker.

Bericht und Fotos: Herbert Markert



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