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Brennholzversteigerung am 28.01.2006


01.02.2006

„3 – 2 – 1 – meins!“ Vermutlich noch besser als in der Werbung für ein Internetauktionshaus lief die Brennholzversteigerung im Grafenrheinfelder Gemeindewald. Karl Metzger (Bildmitte) konnte sich der Angebote kaum erwehren.

 

Bericht und Foto: Herbert Markert

 

Der Parkplatz Senftenhof vor dem Kapitelwald ist proppevoll. Sogar auf der Staatsstraße drängen sich noch die Autos. Drinnen im Wald drängt sich eine große Anzahl Männer mit gespannten Mienen um den zweiten Bürgermeister Karl Metzger. Dieser steht vor einer zwölf Meter langen Reihe Ster weise aufgeschichteter Holzscheite. Metzger leitet, assistiert von Bauhofleiter Alfons Weth, die Brennholzversteigerung im gemeindlichen Wald. „Soviel Andrang wie seit 20 Jahren nicht mehr“, sagt Weth. Der dauerhaft hohe Ölpreis und der im Gleichschritt marschierende Gasbezugspreis lasse die Leute nach Alternativen suchen, vermutet er. Da liege die Rückkehr zum guten alten Holz nahe. Außerdem verbreite es eine behaglichere Wärme als die Ölzentralheizung. Und romantischer sei ein prasselndes Feuer im Kamin allemal. Angebot und Nachfrage bestimmen bei der Holzauktion den Preis. So werden die Einstiegsgebote schnell nach oben getrieben. „Zum ersten, zweiten und ... dritten!“ Metzger vergibt den Zuschlag für einen Ster Buchenholz für satte 47 Euro. Der hohe Heizwert des harten Holzes rechtfertigt für den erfolgreichen Bieter den stolzen Preis. Schließlich entspricht das eben erworbene Holz einem Brennwert von rund 200 Litern Heizöl. Freilich, würde man die Arbeit und den Aufwand für ein entsprechendes Fuhrwerk noch dazu rechnen, bleibt von der Ersparnis gegenüber ins Haus gelieferten Öls nicht viel übrig. Doch die Arbeit sieht der Bieter nicht als solche, sondern mehr als vergnügliche Freizeitbeschäftigung: „Körperliche Arbeit in frischer Luft macht Spaß und man kann mal so richtig Dampf ablassen!“ Zwischen 28 und 47 Euro geht das Sterholz weg, je nach Sorte und je nachdem, ob die Haufen lose oder mit wenig Luft geschichtet sind. Das sonnige Wetter und der knirschende Schnee unter den Schuhen macht gute Laune und offensichtlich Appetit auf mehr. Zügig geht die Ernte der Bauhofarbeiter weg. Begehrt sind vor allem die sogenannten Polder. Die vier Meter langen Stämme liegen zu Haufen, die vier bis zehn Raummeter entsprechen. Trotz höheren Einstiegspreises von über 50 Euro gibt das Auktionsfieber ein schnelles Tempo vor. Teuerste Erwerbung ist ein Stammhaufen, der zehn Steren entspricht und für 285 Euro den Besitzer wechselt. „Neig’stiegen“, wie Weth auf gut fränkisch das Auktionsfieber umschreibt, sind die Holzkäufer selbst auf das lose aufgeschichtete Astholz. Die Haufen, deren Größe von den Interessenten selbst taxiert wird, gehen hoch bis auf das Fünffache ihres Einstiegspreises von sieben Euro, bevor Metzger den Hammer fallen lassen kann. In der Menge wird auch Robert Gießübel gesichtet. Der Altbürgermeister, selbst jahrelang als gewiefter Auktionator für die Gemeinde im Einsatz, kann ein wenig, mit Humor kaschierten, Neid angesichts der Erlöse nicht verleugnen: „Früher war ich froh, wenn sich überhaupt jemand gefunden hat, der das lose Holz so aus dem Wald getragen hat!“ Metzger macht bei seiner ersten Brennholzversteigerung – zwar begünstigt durch die hohen Energiepreise – wohl alles richtig. Das ganze Holz geht weg. „Durchweg über Preis“, attestiert Weth anerkennend. Am Ende hat sich’s für jeden gelohnt: Für Auktionator und Bauhofleiter, die dem Kämmerer deutlich mehr als angesetzt in den Säckel bringen, für die erfolgreichen Ersteigerer in dem sicheren Bewusstsein, Ölmagnaten und Gaskonzernen ein Schnippchen geschlagen zu haben, und selbst für diejenigen, welche überboten wurden oder gar nicht steigerten. Schließlich hat die Auktion für Kiebitze einen hohen Unterhaltungswert, wenn sie sehen, wie sich andere im wahrsten Sinne des Wortes „reinsteigern“.

 



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