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27.02.2020

Mikrozensus 2020 im Januar gestartet

Interviewerinnen und Interviewer des Landesamts für Sta-
tistik in Fürth bitten um Auskunft

Auch im Jahr 2020 wird in Bayern wie im gesamten Bundesgebiet
bei einem Prozent der Bevölkerung wieder der Mikrozensus durch-
geführt. Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik
in Fürth werden für diese amtliche Haushaltsbefragung im Laufe
des Jahres rund 60 000 Haushalte in Bayern von speziell für diese
Erhebung geschulten Interviewerinnen und Interviewern zu ihrer
wirtschaftlichen und sozialen Lage befragt. Für den überwiegen-
den Teil der Fragen besteht nach dem Mikrozensusgesetz Aus-
kunftspflicht.

Im Jahr 2020 findet im Freistaat wie im gesamten Bundesgebiet
wieder der Mikrozensus statt. Der Mikrozensus ist eine gesetzlich
angeordnete Haushaltsbefragung, für die seit 1957 jährlich ein
Prozent der Bevölkerung zu Themen wie Familie, Lebenspartner-
schaft, Lebenssituation, Beruf und Ausbildung befragt werden.
Der Mikrozensus 2020 enthält zusätzlich Fragen zum Pendlerver-
halten der berufstätigen Bevölkerung. Neben der Länge des Ar-
beitsweges werden auch die genutzten Verkehrsmittel erhoben.
Die durch den Mikrozensus gewonnenen Informationen sind
Grundlage für zahlreiche gesetzliche und politische Entscheidun-
gen und deshalb für alle Bürgerinnen und Bürger von großer Be-
deutung. So bestimmen die erhobenen Daten u. a. mit darüber,
wieviel Geld Deutschland aus den Struktur- und Investitions-
fonds der Europäischen Union erhält.

Aufgrund steigender Anforderungen, z. B. im Bereich der Arbeits-
markt- und Armutsberichterstattung, wurde der Mikrozensus für
2020 überarbeitet. Neben der bereits seit 1968 in den Mikrozen-
sus integrierten Arbeitskräfteerhebung der Europäischen Union
(LFS – Labour Force Survey) sind ab 2020 auch die bisher sepa-
rat durchgeführte europäische Gemeinschaftsstatistik über Ein-
kommen und Lebensbedingungen (EU SILC – European Union
Statistics on Income und Living Conditions) und ab 2021 die Be-
fragung zu Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT)
Teil des neuen Mikrozensus. Um die Befragten trotz dieser Er-
weiterungen zu entlasten, wird die Stichprobe ab 2020 in Unter-
stichproben geteilt, auf welche die verschiedenen Erhebungsteile
LFS, EU SILC und IKT verteilt werden.

Die Befragungen zum Mikrozensus finden ganzjährig von Januar
bis Dezember statt. In Bayern sind in diesem Jahr rund 60 000
Haushalte zu befragen – das sind mehr als 1 000 Haushalte pro
Woche. Dabei bestimmt ein mathematisches Zufallsverfahren,
wer für die Teilnahme am Mikrozensus ausgewählt wird.

Die Befragungen werden in vielen Fällen als persönliche Inter-
views direkt bei den Haushalten durchgeführt. Dafür engagieren
sich in Bayern zahlreiche ehrenamtlich tätige Interviewerinnen
und Interviewer im Auftrag des Bayerischen Landesamts für
Statistik. Haushalte, die kein persönliches Interview wünschen,
haben die Möglichkeit, ihre Angaben im telefonischen Interview,
schriftlich per Post oder ab 2020 erstmalig auch online abzugeben.

Ziel des Mikrozensus ist es, für Wirtschaft, Politik, Wissenschaft,
Medien und die Öffentlichkeit ein zuverlässiges Bild der Lebens-
verhältnisse aller Gruppen der Gesellschaft zu zeichnen. Um die
gewonnenen Ergebnisse repräsentativ auf die Gesamtbevölke-
rung übertragen zu können, ist es wichtig, dass jeder der ausge-
wählten Haushalte an der Befragung teilnimmt. Aus diesem
Grund besteht für die meisten Fragen des Mikrozensus eine ge-
setzlich festgelegte Auskunftspflicht. Sie gilt sowohl für die Erst-
befragung der Haushalte als auch für die drei Folgebefragungen
innerhalb von bis zu vier Jahren. Durch die Wiederholungsbefra-
gungen können Veränderungen im Zeitverlauf nachvollzogen
und eine hohe Ergebnisqualität erreicht werden.

Datenschutz und Geheimhaltung sind, wie bei allen Erhebungen
der amtlichen Statistik, umfassend gewährleistet. Auch die Inter-
viewerinnen und Interviewer sind zur strikten Verschwiegenheit
verpflichtet. Sie kündigen ihre Besuche bei den Haushalten zuvor
schriftlich an und legitimieren sich mit einem Ausweis des Lan-
desamts.

Das Bayerische Landesamt für Statistik in Fürth bittet alle Haus-
halte, die im Laufe des Jahres 2020 eine Ankündigung zur Mikro-
zensusbefragung erhalten, die Arbeit der Interviewerinnen und
Interviewer zu unterstützen.
 

 



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