Ein bewegender und würdevoller Abschied – Fünf prägende Persönlichkeiten aus dem Gemeinderat verabschiedet

In der letzten Sitzung unseres Gemeinderates der Amtsperiode 2020 – 2026 gab es einen ganz besonderen, zugleich aber auch emotionalen Moment: die Verabschiedung von fünf Persönlichkeiten, die unsere Gemeinde über viele Jahre hinweg entscheidend mitgestaltet haben.
Mit Dr. Ludwig Weth, Walter Weinig, Walter Wegner, Walter Kaspar und Matthias Kupczyk verlassen engagierte Gemeinderäte das Gremium, die weit über das Erwartbare hinaus Verantwortung übernommen haben. Was sie alle verbindet, ist ihr Einsatz für Grafenrheinfeld – mit viel Herzblut, Erfahrung und einem klaren Kompass. Es ging ihnen nie darum, den bequemsten Weg zu wählen, sondern darum, gute und zukunftsfähige Entscheidungen für die Gemeinde zu treffen.
Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, wie deutlich ihre Handschrift im Ort sichtbar ist. Große Projekte wie der Neubau der Grundschule, die Kulturhalle, des Seniorenpflegezentrums, der altengerechten Wohnanlage, der Lagerhalle für die Vereine, der Generalsanierung der Altmainsporthalle, der Ansiedlung eines neuen EDEKA-Marktes und eines künftigen Drogeriemarktes, die Entwicklung des Altortes und zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen und vieles mehr tragen ihre Handschrift. Sie haben damit wichtige Grundlagen für die positive Entwicklung Grafenrheinfelds geschaffen.
In meiner Ansprache war es mir wichtig, jeden Einzelnen persönlich zu würdigen:
Dr. Ludwig Weth ist für mich eine beeindruckende Persönlichkeit. Neben seinem langjährigen Engagement im Gemeinderat und als stellvertretender Bürgermeister hat er sich vor allem als Chronist unserer Gemeinde einen bleibenden Platz geschaffen. Mit großer Genauigkeit und viel Ausdauer hat er die Geschichte Grafenrheinfelds festgehalten und für kommende Generationen bewahrt. Wenn es um unsere Ortsgeschichte ging, war er für mich immer eine der ersten Anlaufstellen.
Walter Weinig habe ich als echten Gestalter erlebt, der gerade in schwierigen Zeiten Verantwortung übernommen hat. Seine Zeit als Erster Bürgermeister war geprägt von großen Herausforderungen – und von wichtigen Entscheidungen. Neben dem Neubau der Grundschule und der Kulturhalle hat er auch den Neubau des Seniorenpflegezentrums sowie die Schaffung einer altengerechten Wohnanlage maßgeblich vorangebracht. Damit hat er wichtige Impulse für die Zukunft unserer Gemeinde gesetzt. Auch darüber hinaus war und ist er für mich ein wichtiger Ansprechpartner.
Walter Wegner war über Jahrzehnte hinweg eine feste Größe im Gemeinderat. Seine fachliche Kompetenz, besonders im Bauwesen, und sein Gespür für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger haben viele Projekte geprägt. Auf ihn war immer Verlass – im Gemeinderat genauso wie im Gemeindeleben, etwa bei der Kirchweih.
Walter Kaspar steht für Klarheit und Haltung. Er hat nie lange um den heißen Brei geredet, sondern gesagt, was wie er etwas sieht – ehrlich und direkt. Besonders hervorheben möchte ich seinen Einsatz für die Bewahrung unserer Geschichte. Mit viel Leidenschaft hat er Dokumente gesammelt, Archive aufgebaut und gemeinsam mit Dr. Weth wichtige Beiträge zur Ortsgeschichte geleistet. Ein großes Anliegen war ihm außerdem der Erhalt unserer Flurdenkmäler und Marterli. Viele dieser Zeugnisse konnten durch sein Engagement erhalten und gepflegt werden – etwas, das unsere Gemeinde bis heute prägt.
Matthias Kupczyk habe ich als jemanden erlebt, der nah an den Menschen ist. Als Seniorenbeauftragter, in der Flüchtlingshilfe und in der Pflege der Verbindung zur Bundeswehr war er immer ansprechbar und engagiert. Für mich ist er darüber hinaus auch ein verlässlicher Wegbegleiter.
Alle fünf haben auf ihre eigene Art Spuren hinterlassen, die bleiben werden. Ihr Einsatz hat unsere Gemeinde geprägt und ein Stück weit zu dem gemacht, was sie heute ist.
Natürlich bedeutet ihr Ausscheiden auch einen Verlust. Erfahrung, Wissen und dieser klare Blick für das Wesentliche lassen sich nicht einfach ersetzen. Umso mehr hoffe ich, dass sie uns auch weiterhin mit Rat und Tat begleiten.
Gerade heute braucht es in der Kommunalpolitik Menschen, die Verantwortung übernehmen, die auch unbequeme Entscheidungen treffen und dabei das große Ganze im Blick behalten. Genau das haben diese fünf über viele Jahre hinweg vorgelebt.
Ich bin dankbar für die gemeinsame Zeit und die Zusammenarbeit. Im Namen unserer Gemeinde bleibt am Ende vor allem eines zu sagen: Danke – für euren Einsatz, eure Zeit und alles, was ihr für Grafenrheinfeld geleistet habt.
Für euren weiteren Weg wünsche ich euch alles Gute – und ich würde mich freuen, wenn ihr unserer Gemeinde auch in Zukunft verbunden bleibt.
Ein letztes gemeinsames Foto des Gemeinderates 2020 – 2026 erinnert an sechs gemeinsame und wirklich erfolgreiche Jahre.
Christian Keller
Erster Bürgermeister
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