LEHRFAHRT DER FBG IN DEN FRANKENWALD

WENN DER WALD ZUM SORGENKIND WIRD
Bei der diesjährigen Lehrfahrt der Forstbetriebsgemeinschaft Schweinfurt in den Frankenwald rund um Kronach habe ich gemeinsam mit dem Forstwirt der Gemeinde, Marcel Müller, teilgenommen.
Dort haben wir uns mit den Folgen der Borkenkäferkalamität und vor allem mit den Möglichkeiten der Wiederbewaldung beschäftigt.
2017 war der Wald noch weitgehend geschlossen. Nach den sehr trockenen Jahren 2019 und 2020 hat sich der Borkenkäfer explosionsartig ausgebreitet. Im Raum Kronach sind rund 8.500 Hektar komplett kahl, insgesamt sind etwa 12.000 Hektar geschädigt.
Für die Waldbesitzer ist diese Entwicklung eine enorme Herausforderung gewesen. Die anfallenden Holzmengen waren kaum zu bewältigen, gleichzeitig sind die Preise eingebrochen. Holz ist teilweise sogar nach Österreich und China exportiert worden.
Auch wir in Grafenrheinfeld halten uns deshalb regelmäßig über aktuelle Entwicklungen und Möglichkeiten der Forstwirtschaft auf dem Laufenden. Durch gezielte forstwirtschaftliche Maßnahmen gehen wir bei uns sehr konsequent gegen den Borkenkäfer vor, um Schäden möglichst früh zu erkennen und größere Schäden gar nicht erst entstehen zu lassen.
Bei der Exkursion konnten wir insbesondere viel über die Bewirtschaftung des Waldes der Zukunft, verschiedene geeignete Baumarten und unterschiedliche forstwirtschaftliche Möglichkeiten mitnehmen.
Besonders eindrucksvoll war der Wiederbewaldungsparcours der Bayerischen Staatsforsten. Dort wurden unter anderem Eiche, Esskastanie, Douglasie, Linde, Birke und Vogelbeere vorgestellt.
Die Exkursion hat gezeigt: Für den Wald der Zukunft braucht es Erfahrung, vielfältige Baumarten und eine angepasste Bewirtschaftung. Unser Ziel muss es sein, stabile, vielfältige und zukunftsfähige Wälder zu schaffen.
Christian Keller
Erster Bürgermeister
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